Chancen und Bauchschmerzen bei Milliardendeal

Der Windhagener Straßenbau-Spezialist Wirtgen Group wird für 4,6 (manche Meldungen berichten von 4.4 Milliarden Euro) in die USA verkauft, so lauteten am Mittwoch die aktuellen Wirtschaftsmeldungen. Der Traktorhersteller John Deere will mit diesem Zukauf zu einem der führenden Anbieter in der Branche aufsteigen. Damit endet, so der SPD Vorsitzende Dr. Thomas Stumpf, eine längjährige gemeinschaftliche Erfolgsgeschichte. Die von Anfang der 60 Jahre an von einem gegenseitigen Wohlwollen und wachsendem Vertrauen zwischen der Ortsgemeinde und der Familie Wirtgen geprägt war. Neben den Sorgen um den dauerhaften Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort machen der SPD auch die ausstehenden und geplanten Baumaßnahmen, Industriegebiet Dachsberg, Neubau des Werkteils in Stockhausen sowie die bisherigen Überlegung zum Bau des sogenannten „Freiberg-Kreisels“ Bauchschmerzen. Besonders auch weil die Geschäftsführer Jürgen Wirtgen und sein Bruder Stefan die Leitung aufgeben werden. Inwieweit die damit fehlende Nähe bzw. der persönlicher Bezug zum Ort auch den Windhagener Vereinen und Initiativen zum Nachteil werden könnte, bliebe genauso abzuwarten wie die möglichen Chancen für einen dauerhaften Bestand dieser Unternehmensteile in einem größeren und schlagkräftigeren Verbund, so Stumpf weiter. Auf alle Fälle hat er bei den Fraktionen im Ortsgemeinderat CDU, Bündnis90/Die Grünen und FDP einen gemeinsamen Tagesordnungsantrag hierzu für die nächste Gemeinderatssitzung angeregt. Immerhin geht es für die Orts- und Verbandsgemeinde als auch für den Landkreis Neuwied um eine nicht zu kompensierende Gewerbesteuereinnahme, die durch den Verkauf an Deere, deren Sitz für Deutschland und in Europa sich bekanntlich ja in Mannheim befindet. Insoweit liegt es im Interesse aller Beteiligten, alsbald die Gespräche mit den bisherigen Eigentümern zu führen um auszuloten, wie diesen Befürchtungen wirksam begegnet werden könnte.

Verbandsgemeinde Asbach hat einen Anspruch auf eine Sonderstellung

In der lockeren Veranstaltungsreihe „Auf den Zahn gefühlt“ des SPD Ortsvereins Windhagen waren am Dienstagabend Michael Mahlert, der Landratskandidat der SPD und der Wahlkreiskandidat für den Bundestagswahlkreis Altenkirchen Neuwied, Martin Diedenhofen, zu Gast. Interview und Gespräch, keine langatmigen Wahlkampfreden wurden im Vorfeld versprochen und auch eingehalten. Schon der Einstieg mit der Frage nach den wichtigsten Meilensteinen im politischen und persönlichen Leben durch den Vorsitzenden des OV Windhagen Thomas Stumpf, bot tiefe Einblicke in die denk- und arbeitsweise der beiden Kandidaten. „Man ist nur so stark wie seine Mannschaft ist“, fasste der Bewerber für die Nachfolge von Rainer Kaul als Landrat seine bisherigen Erfahrungen zusammen.

Foto: Martin Dietenhofen 2. v.l. und Michal Mahler 2.v. re. Im Kreis der Genossen im Asbacher Land

Entwicklungen kommen vom Bürger, den Menschen vor Ort und diese Potentiale gelte es zu stützen und zu fördern. Dabei müssten auch die demokratischen Parteien reformiert werden, damit die Eingangstüre für junge Menschen wieder erkennbar sei. Mit seinem frischen und offenen Politikstil könne er auf die Menschen zugehen und damit auch im Bundestag den Wahlkreis kompetent vertreten. In der Fragerunde zur Innern Sicherheit und dem Schlagwort der sozialen Gerechtigkeit erwies er sich dabei als pragmatisch und erfreulich unideologisch. So müsse bei den Themen, auskömmliche Renten und der steuerlichen Gerechtigkeit noch erheblich auf die Schippe gelegt werden. Klare Kante war auch bei Mahlert zu erkennen, als er auf die Frage, wie er die Zukunft des Asbacher Landes sehen würde, ein Bekenntnis abgab: „Es ist völlig zweifelsfrei, dass der Dienstleistungssektor im Asbacher Land dauerhaft gesichert werden muss. Das Asbacher Land, seine Bürgerinnen und Bürger, die dortigen Gewerbetreibenden haben im Hinblick auf eine effiziente Verwaltung einen Anspruch auf eine Sonderstellung“. Für die anwesenden SPD Lokalpolitiker eine mit großer Freude entgegen genommene Botschaft. . Das beide Kandidaten durch die gemeinsam wahrgenommen Termine gut aufeinander eingespielt sind, zeigte die auch die Publikumsfrage nach den Polizeieinsätzen bei Fußballspielen. Diese Entwicklung, dass selbst im ländlichen Raum bei solchen Ereignissen ein kaum noch darstellbarer Sicherheitsaufwand betrieben werden müsse, könne uns nicht kalt lassen. Deshalb müssten alle Beteiligten hier in einen offenen Diskurs eintreten. Die Polizei müsse wieder in die Lage versetzt werden, ihre eigentliche Arbeit zu verrichten. Ein wichtiger Meilenstein zur Inneren Sicherheit.